
27. Februar 2026, Ankunft in Gumpoldskirchen auf dem Weg zum Pastoralkolleg „Gesangbuch erproben“. Schon beim Aussteigen aus der S-Bahn die erste Begegnung: Helene Lechner (Leiterin der Fortbildung gemeinsam mit Landeskantor Matthias Krampe) und die beiden aus Deutschland kommenden Referenten der Tagung, Pfarrer Frieder Dehlinger (Mitglied der Steuerungsgruppe, Vorsitzender der württembergischen Gesangbucharbeit) und Lukas Bauer, Kirchenmusiker (Projektleitungsteam der EKD), steigen am selben Bahnsteig aus. Auf dem Weg zum Veranstaltungsort, dem Schloss Gumpoldskirchen, ergeben sich die ersten interessanten Gespräche. Und das Gespräch reißt zwei Tage lang nicht ab.
Beim Pastoralkolleg treffen professionelle Kirchenmusiker:innen (darunter die Diözesankantor:innen aus mehreren Bundesländern) auf Pfarrer:innen und andere Engagierte aus den Erprobungsgemeinden, und gemeinsam lassen wir uns über Entstehung und Hintergründe zum neuen Evangelischen Gesangbuch (Erscheinung geplant für 2028/29) informieren, diskutieren unsere Eindrücke – und wir singen!
Ich selbst komme aus einer Erprobungsgemeinde und bin dort sowohl Lektorin als auch nebenamtliche Musikerin (Gesang und Gitarre). Seit der Zustellung der Gesangbuch-Erprobungsbände versuchen wir, diese so oft wie möglich einzusetzen. Die Organistinnen unserer Gemeinde spielen leider nur Lieder, die sie schon aus dem EG kennen (die gibt es ja zahlreich auch im neuen Gesangbuch). Als Gitarristin hab ich mich bemüht, mir einige bisher unbekannte Lieder aus dem Erprobungsband zu erarbeiten.
Und hier beim Pastoralkolleg können wir alle Lieder ausprobieren. Die Gesangbuch-Kapitel werden vorgestellt und jedes Lied, das nicht weitgehend bekannt ist, wird angesungen. Eine Vielfalt an Eindrücken! Verschiedene „musikalische Farben“, so erklären uns die Referenten, sollen das breite Spektrum an evangelischer Kirchengesangskultur abbilden. Manches wird wohl kontrovers diskutiert, so mancher Kritikpunkt wird festgehalten, um an die Gesangbuchkommission rückgemeldet zu werden. Die Stimmung ist bei alldem aufgeschlossen und kooperativ. Und die mit Texten und Liedern aus dem Gesangbuch gestalteten Andachten zu Mittag, am Abend und am nächsten Morgen lassen spirituelle Tiefe anklingen.
28. Februar, wieder zu Hause: Ich fühle mich bereichert durch Begegnungen, Musik und Gespräche. Ich bin zufrieden, Einblick in den komplexen Entstehungsprozess des Gesangbuches gewonnen zu haben. Ich schätze es umso mehr, an dessen Erprobung beteiligt zu sein. Und ich bin neugierig und freu mich schon auf das „Gesamtwerk“, das neue EG!
Claudia Mitscha-Eibl, Korneuburg
