
Viel Freude und ein kleines Schade – zur Evangelischen Werkwoche für Kirchenmusik 2026
Zuerst möchte ich kurz zu meiner Person erklären: Ich habe lange Zeit hobbymäßig und mit viel Enthusiasmus 3x in der Woche Fußball gespielt. Durch meinen Chorleiter wurde ich auf das Diözesankonservatorium für Kirchenmusik aufmerksam und habe meinen Schwerpunkt mit dem gleichen Engagement vom Sport auf die Musik verlegt. Ich habe in den Zweigen Kirchenmusik und NGL viel gelernt und dabei die C-Prüfung für Chorleitung und Tonsatz sowie die NGL-Prüfung abgelegt. Leider plage ich mich mit der Orgel und bin daher nicht zur C-Prüfung an der Orgel angetreten. Jetzt singe ich in zwei sehr guten Laienchören, das macht ebenso viel Spaß wie die Leitung eines kleinen Ensembles, bestehend aus 5 Damen und mir.
In der letzten Zeit hat sich dabei viel Routine eingeschlichen und das Feuer, mit dem ich lange Zeit zuerst den Sport und dann die Musik gemacht habe, brannte nur mehr auf kleiner Flamme. In dieser Situation habe ich mich für die Werkwoche für Evangelische Kirchenmusik mit dem Gedanken angemeldet, ich konnte neue Impulse gut gebrauchen.
Nun, was soll ich sagen: so viele und so starke Impulse habe ich nicht erwartet. Die Möglichkeiten im Gruppen- und im Einzelunterricht sind so vielfältig, dass es unmöglich ist, alle zu besuchen. Heuer habe ich mich eher auf den Einzelunterricht gestürzt und dabei viel erfahren, was meine Kenntnisse auffrischt und erweitert. Obwohl ich schon lange nicht mehr Orgel gespielt oder eine Gitarre in der Hand hatte, haben mir die Stunden den Wiedereinstieg sehr erleichtert und mich motiviert weiterzuspielen. Im Laufe der Jahre – und weil beim Ensemble das Dirigieren nicht im Vordergrund steht – ist bei mir etliches an Erfahrung und Übung verloren gegangen. Der großartige Chorleitungsunterricht hat mir viel in Erinnerung gebracht und darüber hinaus weiter geholfen. Es würde zu weit führen, alle Unterrichtseinheiten, wie Stimmbildung, Band-Coaching, Musiktheorie usw. und ihre Vorzüge einzeln aufzuzählen. Ich bewundere die Geduld und die pädagogische Kompetenz der ReferentInnen, die mir nicht nur fachlich, sondern auch hinsichtlich Spaß und Freude zur Seite gestanden sind, egal ob ich Anfänger bin oder schon einige Vorkenntnisse habe.
Mein Kompliment gilt darüber hinaus der großartigen Organisation! Elisabeth Bundschuh, Christiaan van de Woestijne und Matthias Krampe leisten hervorragende Arbeit, ein so großes Event auf die Beine zu stellen. Vom Ablauf her hat alles gepasst, nur darf man sich beim ersten Besuch nicht scheuen nachzufragen, wo was stattfindet. Ich habe dabei immer ein offenes Ohr gefunden und gute Infos bekommen. Die Räume der Außenstelle Oberschützen der Musikuni Graz und das Wimmer-Gymnasium können zum Üben und für den Unterricht verwendet werden und die Kirchen in der Umgebung stellen ihre Orgeln zur Verfügung. Es gibt also sehr viele Möglichkeiten zu musizieren. Das Essen war großartig, die Unterkunft im Bundesschülerheim gut und günstig.
Ganz besonders hervorheben möchte ich die lockere, freundliche und wertschätzende Atmosphäre sowohl unter den TeilnehmerInnen als auch zwischen TeilnehmerInnen und ReferentInnen. So machen Einzel- und Gruppenunterricht Spaß und motivieren für weiteres Musikmachen. Der einzige Nachteil der Werkwoche ist, dass sie nur einmal im Jahr stattfindet. Ich habe Lust auf mehr…
Markus Rohrmoser
Vielen Dank, dass dieser Artikel der VEKÖ-Zeitschrift „Praxis“ auch auf unserer Homepage erscheinen darf.
